Villa de Leyva – Urlaubsort der Kolumbianer

Normalerweise leben in Villa de Leyva 4.000 bis 7.000 Menschen. Während der Weihnachtszeit steigt diese Zahl auf 50.000 bis 80.000 an. Denn Villa de Leyva ist ein sehr populärer Ort bei Kolumbianern, um dort Urlaub zu machen. Und so wussten wir schließlich, wo all die Menschen aus Bogotá geblieben sind…nämlich hier. Auf den Straßen herrschte pures Chaos. Nicht nur viele Menschen waren unterwegs, sondern auch Autos und Motorräder. Die Straßen waren total verstopft. Für mich unbegreiflich, dass Villa de Leyva nicht schon längst einige Straßen für den Verkehr geschlossen hat. Es wäre viel entspannter dort zu laufen, wenn es so wäre. Denn die Bürgersteige sind ziemlich eng und man muss häufiger auf die Straße um weiter zu kommen. Wer dabei nicht ordentlich aufpasst, wird schnell mal von einem an der Seite überholenden Motorrad erfasst.

Nichtsdestotrotz ist Villa de Leyva ein zuckersüßes Dorf aus der Kolonialzeit. Mit seinen weißen Häusern, Holzdächern und den freundlichen Menschen ist es wie geschaffen um ein paar Tage hier zu bleiben und die Umgebung kennenzulernen.

 

Kolumbianer und der Verkehr

Es ist jedoch erstaunlich, wieviele Autos durch so ein kleines Dorf wie Villa de Leyva fahren können. Ein nie enden wollender Fluss von SUVs und Kleinwagen. Man erkannte sofort, dass hier die gehobene Mittelklasse Kolumbiens unterwegs war. Die Motorräder suchten sich dabei ihren eigenen Weg zwischen den anderen Metallkolossen. Und wenn einer der Busse ohne CAT an dir vorbeifährt und du eine schwarze Abgaswolke einatmest, dann bin ich schon froh über deutsche Standards. Aber die helfen hier nicht weiter. Mehr eine Atemschutzmaske.

Aktivitäten in Villa de Leyva

In unserem Hostel „Nibiru“ (Meine Bewertung findest du auf Google Maps) wurden uns am Ankunftstag bereits einige Aktivitäten vorgeschlagen. Also beschlossen wir, diese nacheinander anzugehen. Den Anfang machten wir mit „El Santo“.

El Santo

El Santo betitelt eine Heiligenfigur auf dem Hausberg von Villa de Leyva. Um zum Einstieg zu gelangen, mussten wir zunächst am Markt vorbeigehen. Überall tummelten sich Menschen, die mit den Gemüse- und Fruchthändlern um Preise feilschten. Dabei gab es alle möglichen frischen Produkte. Vieles gibt es auch bei uns in Deutschland, aber vieles eben auch nicht. Es war wirklich faszinierend an Ständen vorbeizugehen mit Früchten, die man noch nie gesehen oder gehört hat. Und die Avocados dort sind nicht nur so kleine Winzlinge wie bei uns. Mit einer hellgrünen Schalen ausgestattet, sind diese Avocados mindestens doppelt so groß wie die, die wir in Deutschland kennen.

Die Avocados in Kolumbien bestechen durch ihre hellgrüne Farbe.

Nach dem Besuch des Marktes, ging es am örtlichen Sportplatz vorbei in den Wald hinein. Zunächst durch dieses „Tannenwäldchen“ hindurch, führte der steile Weg auf Steinhänge mit einer fast schon guten Rundumsicht auf Villa de Leyva. Aber noch hatten wir den Aufstieg nicht ganz geschafft. Die richtige Aussicht wartete noch auf uns.

Auf halbem Weg von Villa de Leyva nach El Santo hat man noch einige Bäume im Blick.

Die Baumgrenze war schnell passiert und in der Mittagshitze wurde es noch einmal ein richtig anstrengender und heißer Walk. Aber am Punkt El Santo angekommen, wussten wir, dass es sich gelohnt hatte.

Casa Terracota

Nachdem wir den ganzen Berg wieder runter gelaufen waren, machten wir uns auf zur „Casa Terracota“, dem größten Haus seiner Art auf der Welt. Bei diesem Haus wurden nur die 4 Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde verwendet. Es geht darum zu zeigen, dass man nachhaltig mit seiner Umgebung leben kann. Für den Bau hat Octavio Mendoza Morales einen eigenen Brennofen erfunden und 25 Jahre gebraucht. Es war total faszinierend in dem Haus und im Garten herumzulaufen. Alles war miteinander verbunden und es gab eigentlich keine Ecken. Wir fanden, es war auf jeden Fall einen Besuch wert. Informationen zum Haus gibt es auf der Website. Der Eintritt beträgt 15.000 Pesos.

El Fósil

Am nächsten Tag hieß es für uns, noch etwas prähistorische Kultur kennenlernen. Wir besuchten das kleine Museum kurz hinter der Stadt, in dem ein 110 Millionen Jahre altes Skelett eines Kronosaurus Boyacensis steht. Es ist das best erhaltenste Skelett auf der ganzen Welt und liegt immer noch genau am gleichen Ort, wo es 1977 von einigen Bauern gefunden wurde. Der Kronosaurus ähnelt etwa einem Krokodil. Im Museum gab es noch einige kleinere Fosilien zu betrachten. Sonst findet man hier nicht viel. Es wird ausschließlich durch den Eintritt (10.000 Pesos) finanziert und baut Stück für Stück weiter. Wer mehr über „El Fósil“ erfahren möchte, kann auf der Website weiterforschen.

El fosil liegt immer noch dort, wo es gefunden wurde.

Pozos Azules

Nach „El Fósil“ wanderten wir bis zu den „Pozos Azules“. Diese wurden uns ebenfalls vom Hostel empfohlen. Es handelt sich dabei um 7 Seen, die in einer wundervollen Landschaft sein sollen. Es war bereits Mittagszeit und die Sonne knallte auf unsere Köpfe. Es ging einen staubigen Feldweg leicht bergauf. Die einzigen, die unseren Weg gelegentlich kreuzten waren einheimische Motorradfahrer. Manchmal zu zweit, manchmal zu viert, aber so gut wie nie alleine auf dem Gerät. Verkehrsmittel werden hier sehr „effizient“ genutzt. Einzelne Personen sieht man eigentlich so gut wie nie in einem Auto oder auf einem Motorrad. Und wenn, dann nicht lange. Auf dem Weg nach Pozos Azules gab es nicht viel zu sehen. Ab und an kamen wir an einigen Häusern vorbei. Die Bewohner saßen meistens auf der Terasse und beobachteten uns spöttisch, wie wir durch die Mittagshitze stiefelten.

Manchmal kamen ein paar Wolken vorbei und spendeten Schatten. Aber meistens nicht lange.

Kurz vor den Pozos Azules kamen wir wieder auf eine richtige Straße. Dort waren ebenfalls einige Autos unterwegs zu den Pozos. Endlich bei den Pozos angekommen, stärkten wir uns mit einer Cola, bezahlten den Eintritt von 10.000 Pesos und gingen den steil abfallenden Weg zum ersten Pozo. Auch hier war der Weg hauptsächlich wüstenähnlich: trocken, sandig und felsig. Doch beim ersten Pozo angekommen, war alles drum herum grün, aber eben nur 1,5 Meter. Danach kam wieder der felsige Wüstenboden.

Die Pozos Azules in Villa de Leyva

Ich freute mich schon darauf, ins kühle Nass zu steigen, als ich das erste „Baden verboten“ Schild sah. Darauf hatte keiner hingewiesen. Weder im Hostel noch eben beim Bezahlen. Es ging lediglich darum, um die sechs kleinen Seen herumzulaufen, die – so erfuhren wir später – künstlich angelegt worden waren. Wozu Seen in einer Wüste anlegen? Natürlich als Touristenattraktion.  Auch hier gibt es eine Website für diejenigen, die weitere Infos möchten.

Neuer Bürgermeister in Villa de Leyva

Als wir abends ins kleine überfüllte Dorf zurückkehrten, fand auf dem Dorfplatz die Vereidigung des neuen Bürgermeisters und seiner Minister statt. Es gab einen mit Absperrband abgesperrten Bereich, in dem Stühle standen. Natürlich waren alle Sitze voll. Doch es sah nicht danach aus, dass dieser Bereich für die „Reichen und Schönen“ reserviert war. Vielmehr saß hier das Volk und bejubelte den von ihm gewählten neuen Bürgermeister.

Nicht nur der Bürgermeister musste einen Eid ablegen. Auch seine Frau musste das.

Wir gesellten uns dazu und genossen die Show. Es gab mehrere Aufführungen von lokalen Tanzgruppen und am Ende gab es sogar für alle sehr leckeren Kirschsekt aus Magnumflaschen. Den krönenden Abschluß der Feierlichkeiten bildete ein Feuerwerk, welches bei Anbruch der Nacht gestartet wurde.

Am nächsten Tag (30.12.2019) fuhren wir sehr früh mit dem Bus von Villa de Leyva nach San Gil (über Tunja – 50.000 Pesos), wo wir Silvester verbringen wollten. San Gil wird als Partystadt gehandelt und wir setzen viel Hoffnung darauf.

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