Hupkonzert und Müllberge in Valledupar

Vom 03. auf den 04. Januar 2020 ging es für uns mit dem Nachtbus von San Gil nach Valledupar. Durch die zweistündige Verspätung kamen wir erst gegen 13 Uhr bei uns im Hostel „Casa La Pilonera“ an. Ein sehr gutes Hostel, welches ich absolut empfehlen kann. Aber in Valledupar ist der Fluss das einzige Highlight (laut Reiseführer), weshalb wir nur die eine Nacht bleiben würden.

Wir liefen daher kurz nach dem Check-in Richtung Bushaltestation, um zum Fluss zu gelangen. Ein paar Stunden erholen würde uns beiden sicherlich gut tun. Auf der Straße wurden wir immer wieder angehupt. Erst dachten wir, es handelt sich um Taxis, die darauf aufmerksam machen wollten, dass sie frei sind. Aber wir merkten schnell, dass auch normale Autos und Motorradfahrer immer wieder ihre Hupe betätigten und danach schauten sie uns lange nach. Ein paar Mal hätte es sogar einen Motorradunfall gegeben, weil die Männer sich nicht beherrschen können. Es war wirklich nervig. Wir waren zwar des Öfteren schon in Kolumbien angepfiffen, angesprochen („Hola Chica“, „Hey Guapa“, „Mi amor“ u.v.m.) und auch einfach mal angefasst worden, aber in Valledupar war dieses Machogehabe wirklich am Häufigsten, weil einfach jedes motorrisierte Gefährt hupte.

Da der Bus nicht kam, entschlossen wir uns, ein Taxi zu nehmen und konnten diesen sogar auf den Buspreis runterhandeln. Am Fluss angelangt, erwartete uns wieder eine Welle von kolumbianischen Urlaubern. Es schien, als gäbe es nicht einen freien Platz im Fluss. Wo man hinsah, saßen Leute im Wasser oder spielten Kinder.

In Valledupar gehört der Fluss zu den Highlights

Außerhalb des Wassers war es nicht besser. Alle 10 Meter wurde (typisch kolumbianisch) ultra laut Musik gespielt – natürlich bei jedem Kiosk eine andere. Wir gingen erstmal flussabwärts um uns alles anzuschauen. Dabei entdeckten wir, dass gleichzeitig noch ein Food-Festival stattfand. Die ganze Straße entlang gab es kleine Essenstände.

Um nicht in der „Menschenbrühe“ am Ende des Flusses zu baden, beschlossen wir, wieder flussaufwärts zu gehen. Auf der Suche nach einem geeigneten Platz waren wir schockiert, wieviel Müll (vor allem Plastik) im und am Fluss lag. Und die Leute schmissen einfach weiter ihren Abfall weg. Das ist für mich wirklich unbegreiflich. Schließlich wollen diese Menschen doch am nächsten Tag wieder dorthin gehen. Doch irgendwann (und das wird nicht lange dauern) wird der Platz eine einzige Müllkippe sein und nicht mehr zum Erholen einladen.

Wo man auch hinschaut, sieht man in Valledupar am Fluss nur Müll.

Wir fanden schließlich einen schattigen Platz im Wasser. Auch wenn wir die restliche Zeit sehr genossen und uns erholen konnten, wurde unsere Freude immer wieder dadurch getrübt, dass Plastikflaschen, -becher oder sonstiger Abfall an uns vorbei strömten oder sogar an uns hängen blieben.

Morgen würden wir weiter nach Riohacha fahren, um dort zum nördlichsten Punkt Südamerikas zu kommen. Und unsere Recherchen ergaben, dass dies noch einmal ziemlich abenteuerlich werden würde!

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