Turrialba – CATIE – Guayabo

09.02. – 12.02.

Turrialba liegt etwa 45 km östlich von Orosi auf dem Weg zur Karibikküste. In meinem Reiseführer las ich, dass das Rafting auf dem Pacuare River ein besonderes Highlight der Region sein soll und das nahegelegene Nationalmonument Guayabo ebenfalls sehr sehenswert sei. Deshalb entschloss ich mich dazu, ein paar Tage in Turrialba zu verbringen.

In San Gil (Beitrag verpasst? Kein Problem. Lese jetzt den Beitrag.) war ich zwar schon raften gewesen, doch nur auf einem Fluss der Schwierigkeitsstärke III. Für den Einstieg war das vollkommen in Ordnung, doch nun wollte ich den vollen Adrenalinrausch und der Pacuare River bot ein Schwierigkeitslevel von IV/V.

Nach der Fahrt von Orosi nach Turrialba musste ich jedoch erstmal das Bett hüten. Nachdem ich über zwei Monate unbeschadet überstanden hatte, erwischte mich nun doch die Reisekrankheit. Meine Zimmerkollegin KT kümmerte sich jedoch ganz lieb um mich und half mir, wieder gesund zu werden. Und tatsächlich ging es mir am nächsten Tag schon wieder so gut, dass ich wandern wollte. Da ich aber keine große Wanderung riskieren wollte, entschied ich mich für einen Spaziergang zum Centro Agronómico Tropical de Investigación y Enseñanza (CATIE).

  1. Bus Orosi nach Paraiso: 9:20 Uhr – 10:20 Uhr (530 CRC)
  2. Bus Paraiso nach Turrialba: 11:30 Uhr -12:30 Uhr (825 CRC)

CATIE – Forschung von Flora und Fauna

CATIE (Centro Agronómico Tropical de Investigación y Enseñanza) ist nicht nur ein botanischer Garten oder Park, in dem man gemütlich spazieren gehen kann, sondern ein Zentrum, dass sich der Forschung und Hochschulausbildung in der Landwirtschaft sowie der Bewirtschaftung, Erhaltung und nachhaltiger Nutzung natürlicher Ressourcen widmet. Viele Länder aus Süd- und Mittelamerika sind Mitglieder von CATIE und widmen sich der Förderung von Bildung, Forschung und Öffentlichkeitsarbeit in den genannten Gebieten.

Mein Hostel befindet sich recht zentral in Turrialba, während das CATIE-Zentrum am östlichen Ende liegt. Die knapp 4 km Entfernung lief ich an der Hauptstraße entlang und konnte so auch einen Eindruck von Turrialba erhalten. Turrialba gilt als Mekka des Weißwasser-Rafting, doch die Stadt selbst wird geprägt vom „Charme“ der dortigen Textil- und Landwirtschaftsindustrie. 

Auf etwa 2 km befestigten Wegen, kann man im CATIE durch einen Park laufen, in dessen Mitte ein kleiner See ist (Laguito). Hier tummeln sich allerhand Vögel, Echsen und sogar Alligatoren

Für den Rückweg zum Hostel entdeckte ich einen Schotterweg, der mich über weite Felder hindurch zurück nach Turrialba brachte.

Zusammen mit meiner Zimmerkollegin KT war ich in der Küche und bereitete einen Nachmittagssnack vor, als Laura dazukam. Die gebürtige US-Amerikanerin war heute auf dem Pacuare River raften gewesen. Doch ihr Gesicht wirkte alles andere als begeistert.
„Was ist los? Bist du zu häufig ins Wasser gefallen?“, fragte ich.
„Schön wär‘s“, gab sie schnaubend zurück. „Der Fluss hatte kaum Wasser, weshalb es kaum Stromschnelle gab. Es war mega langweilig.“
„Also würdest du es nicht weiterempfehlen?“ Ich hatte schließlich geplant, die Tour zu buchen, wenn es jedoch noch langweiliger sein würde als auf dem Fluss in San Gil, würde ich lieber Abstand von dieser Idee nehmen.
„Die Tour kostet 80$. Aber im Moment lohnt sich das absolut nicht. Vielleicht nach der Regensaison, wenn der Fluss viel Wasser führt. Aber jetzt auf keinen Fall.“

Zum Glück hatte ich die Tour noch nicht gebucht und konnte mir so für den kommenden Tag etwas anderes raussuchen.

Guayabo – Nationalmonument und Vogelbeobachtung

Um 10:30 Uhr nahm ich den Bus in der Nähe vom Hostel zum Guayabo Nationalmonument (495 CRC). Schon nach kurzer Zeit war ich alleine im Bus. Es stiegen nur ab und an Leute ein, um von einer Haussiedlung zur nächsten zu gelangen. Stetig ging es bergauf und die Dörfer wurden immer kleiner und kleiner. Um 11:30 Uhr war ich am Guayabo Nationalmonument (Eintritt 5 US$) und war weit und breit die einzige Besucherin.

Als einzige Besucherin hatte ich das ganze Nationalmonument für mich alleine. Es war wunderbar still um mich herum und nur das laute Geschnatter der Vögel und das Zirpen der Grillen war zu hören. Wie in einem Märchen war es, so ganz alleine auf den alten Wegen des indigenen Volksstammes zu laufen und sich dabei vorzustellen, wie es früher einmal hier gewesen sein musste.

Die Sehenswürdigkeiten vom Nationalmonument Guayabo

Kreisförmige Basen unterschiedlicher Größe, die als Basis für den Bau von Häusern oder Palenques dienen.

Geschlossene oder offene Kanäle, die dazu dienten, das Wasser von den Quellen zu den Lagertanks zu leiten.

Steinstraßen, die als Transitrouten dienen und sich aus dem mehrere Kilometer langen Ausgrabungsgebiet in verschiedene Richtungen erstrecken.

Steinstrukturen, um von den Straßen zu den Hügeln zu gelangen.

Rechteckige Steinstrukturen zur Ableitung oder Speicherung des von den Aquädukten eingeleiteten Wassers.

Rechteckige Strukturen aus Stein oder Platten, werden auch Kastengräber genannt.

Die Vegetation, die das archäologische Gebiet umgibt, ist charakteristisch für einen vorgebirgigen Regenwald mit dichtem, immergrünem Laub. Es gibt viele Arten, wie Caragra (Cassia sp.), Magnolien (Talauma gloriensis), Cantarillo (Conostegia oerstediana), Feigenbäume (Ficus costaricana), Quizarrás (Phoebe valerian) und weiße Burios (Jonote – Heliocarpus appendiculatus), die von einer großen Anzahl epiphytischer Pflanzen bedeckt sind wie Bromelien und Orchideen.

In der Fauna finden sich Vögel wie Tukane (Ramphastos sulphuratus), Oropendolas (Psarocolius montezuma), Trogons (Trogon sp.), Spechte (Melanerpes sp.), Eichhörnchenkuckucks (Piaya cayana), Gilb- oder Schlichtdrossel (Turdus Grayi) und Chachalacas (Ortalis vetula); Säugetiere wie Gürteltiere (Dasypus novemcinctus), Kaninchen (Silvialagus brasiliensis), Kojoten (Canis latrans), Faultiere (Choloepus hoffmanni und Bradypus griseus), Tayra oder Hyrare (Eira barbara), Hammerköpfe (Potos blavus) Eichhörnchen (Sciurus sp) und Nasenbären (Nasua narica). Schlangen, Frösche, Eidechsen und Schmetterlinge sind ebenfalls sehr häufig zu beobachten.

Auch, wenn das Areal eine fantastische Auszeit bietet um sich mit der Natur zu verbinden, braucht man nicht allzu lange mit der Besichtigung. Nach etwas mehr als einer Stunde hatte ich alles gesehen und fotografiert, doch der Tag war noch lang und ich fit wie ein Turnschuh. 

Ich entschloss mich dazu, die 18 km zurück zum Hostel zu laufen. Wenn ich zwischenzeitlich die Lust verlieren würden, hätte ich immer noch die Möglichkeit in einen Bus zu steigen. Auch wenn der Weg hauptsächlich entlang an Straßen führte, die keinen Bürgersteig hatten, war es ein schöner Weg zurück, mit wenig Verkehr.

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